Siedler un Kleingärtnerverein - Donzdorf/Reichenbach u.R. - Am Feldhof

wissenwertes und Gartentipps
Alles über Kräuter
Arznei- und Gewürzpflanzen für den Kleingarten

Heilkräuter wurden seit Menschengedenken zu therapeutischen und würzenden Zwecken der Natur entnommen. Dadurch wurden einerseits natürlich vorkommende Pflanzenbestände teilweise stark reduziert, andererseits kam es immer wieder zu gefährlichen Verwechslungen mit giftigen Pflanzen. Die Erfahrungen im Umgang mit ihnen wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Aufgrund umwälzender Entdeckungen in der pharmazeutischen Industrie des 20. Jahrhunderts nahm der Bedarf an Arzneipflanzen stetig ab.

Im Zuge des Wandels gesellschaftlicher Werte, einhergehend mit der Rückbesinnung auf alte Traditionen, der „Wellness“ als Lebensstil sowie der zunehmenden Bedeutung ganzheitlicher Medizin interessieren sich viele Menschen heute wieder verstärkt für Heil- und Küchenkräuter. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten werden Heilkräuter und Gewürzpflanzen heute größtenteils in Gärten oder im kommerziellen Anbau kultiviert. Die Nachfrage nach besonderen Arten und Sorten nimmt zu – viele Gärtnereien nehmen deshalb Kräuter in ihre Sortimente auf.

Für die Anlage eines Kräutergartens reichen schon kleine Flächen aus. Blumenrabatten oder Gemüsebeete können in Kräutergärten umgewandelt werden. Auch Hochbeete und Kräuterspiralen sind ein idealer Standort für viele Gartenkräuter. Halbsträucher wie Lavendel, Thymian, Ysop, Weinraute oder Salbei eignen sich als Strukturpfl anzen im Kräuterbeet oder können zum Einfassen von Beeten verwendet werden. Stauden wie Minze, Melisse, Fenchel oder Liebstöckel werden in Gruppen von mindestens drei Pflanzen gesetzt. Ein- oder Zweijährige Pfl anzen wie Senf, Majoran, Kümmel, Koriander oder Kapuzinerkresse werden in Reihen oder in Tuffs gesät. Bei der Neuanlage eines Kräutergartens ist darauf zu achten, dass sich mehrjährige Pflanzen über mehrere Jahre auch ungestört entwickeln können. Gewürz- und Heilkräuter sind ideale Kulturen eines ökologisch bewirtschafteten Kleingartens.
Aufgrund ihres hohen Anteils pfl anzenwirksamer Inhaltsstoffe sind sie bei standortgerechtem Anbau in der Regel weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge als viele Obst- und Gemüsekulturen. Gleichzeitig können sie durch geschickten Mischanbau den Befall andere Nutzkulturen mit Krankheiten und Schädlingen teilweise reduzieren, so dass der Einsatz synthetischer oder biologischer Pflanzenschutzmittel minimiert wird.





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